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Presseerklärung: Gleiche Rechte für alle! (20.11.2008) PDF Drucken E-Mail
Linksjugend ['solid] unterstützt die Proteste gegen die Innenministerkonferenz

Schon zum dritten Mal in diesem Jahr stürmten dutzende afrikanische Flüchtlinge die spanische Exklave Melilla im Norden Marokkos. Zu Aktionen dieser Art kam es erstmals in den Jahren 2005 und 2006, wobei mindestens 15 Flüchtlinge beim Versuch, den Grenzzaun zu überqueren, ihr Leben lassen mussten. Als Konsequenz ließ die spanische Regierung damals den Zaun weiter ausbauen; militärisch ausgestattete Schiffe aus ganz Europa patrouillieren in afrikanischen Hoheitsgewässern, um zu verhindern, dass afrikanische Flüchtlinge europäisches Festland betreten und dadurch Anrecht auf ein Asylverfahren erhalten.

Wer es trotz dieser aggressiven Abschottung in die "Festung Europa" schafft, bleibt dennoch auch weiterhin mit menschenunwürdigen Zuständen konfrontiert. So gilt in Deutschland beispielsweise die weltweit einmalige Form des Bewegungsverbots in Form der Residenzpflicht, die es mehr als 100.000 Flüchtlingen verbietet, den ihnen zugeordneten Landkreis ohne Sondergenehmigung zu verlassen. Die Unterbringung von Asylsuchenden erfolgt auch in viele Fällen, wo dies problemlos möglich wäre, nicht in normalen Wohnungen, sondern in alten Baracken oder Kasernengebäuden. In Brandenburg tragen diese Lager den traurigen Beinamen "Dschungelheim", weil sie von Infrastruktur und anderen Menschen abgeschnitten meist unsichtbar in Wäldern oder am äußersten Stadtrand gelegen sind.

Verantwortlich für solche Lebensbedingungen von Flüchtlingen, für eingeschränkten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung, ständige Angst vor Abschiebung und weitgehende Entmündigung, sind ganz maßgeblich deutsche Gesetze und jene, die sie auf den Weg brachten: die Innenminister der Bundesrepublik. Am 20. und 21. November treffen sie sich in Potsdam.

Linksjugend ['solid] Brandenburg ist Teil eines bundesweiten Protestbündnisses und ruft für die kommenden Tage zur Teilnahme an den Aktivitäten rund um die Konferenz der "Jugendliche ohne Grenzen" und zur Demonstration am Donnerstag auf. Wir erneuern unsere Forderungen:

  • für die flächendeckende Abschaffung des Gutscheinsystems in ganz Brandenburg
  • für die sofortige Abschaffung der Residenzpflicht
  • für ein umfassendes Bleiberecht
  • für die volle Umsetzung der UNO-Kinderrechte.
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